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Zwischenfall am Zaun

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Quelle: Herbert Bussmann

Lokale Radfahrteams auf Gran Canaria riefen am 9. Februar 2020 um 10:30 Uhr am Kreisverkehr von Taurito zum Protest auf. Auch das lokale Fernsehen war vor Ort und sendete einen Beitrag im Anschluss zu den Protesten der Radfahrer. In Taurito steht der erste Absperrzaun auf der Küstenstraße, die weiter nach Puerto Mogan führt. Sie ist seit einem Felssturz und verunglückten Motorradfahrer 2017 gesperrt. Die Fahrbahn im betreffenden Abschnitt ist stark beschädigt und die Wand mit Maschendraht verhängt. Zwei Betonmauern, eine vor und eine hinter dem Felssturzsektor sollen Fußgänger und Radfahrer am Durchgang hindern.

Um von Taurito nach Puerto de Mogan zu gelangen, gibt es eine legale und zwei illegale Option. Die legale Option führt mit der Fähre übers Wasser von Puerto Rico nach Puerto de Mogan. Der Fährverkehr startet morgens um 9 Uhr. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde und kostete mit der Fährlinie Linias Salmon pro Person inklusive Fahrrad 7 Euro. Seit 1. Februar 2020 ist die Fahrradmitnahme kostenpflichtig. Der Preis für ein Fahrrad beträgt 4 Euro. Linias Blue Bird nimmt den Fährverkehr 10:15 Uhr am Morgen auf. Hier findet sich auf der Webseite zu Fahrplan und Preisen aktuell noch kein Hinweis auf eine Gebühr zur Fahrradmitnahme. Beide Fährlinien verkehren im Stundentakt. Für eine mittellange Tour über den Tauropass nach Ayacata ist der zeitliche Mehraufwand problemlos. Für längere Unternehmungen kann es indes eng werden, um nicht in der Dunkelheit heimzukommen.

Die erste illegale Option ist dagegen zeitlich geschmeidig. Sie führt über die Autobahnauffahrt in den Autobahntunnel nach Mogan. Die Autobahn ist für Radfahrer verboten. Außerdem ist die Auffahrt eine Ausfahrt von der Autobahn. Wahnsinnig viel Verkehr ist dort zwar nicht, aber die Verkehrsregeln sprechen nun einmal gegen Radfahrer und können ein Bußgeld von mehreren 100 Euro nach sich ziehen. Gleiches gilt für die Option, bei der Zaun, Absperrungen und die zwei Mauern passiert werden. Möglich ist dies jeweils an der Seite. In die zweite Betonmauer hat jemand sogar einen Durchschlupf rausgeschlagen. Wie lange dieser wohl offen ist?

Bei der Demo zeigten lokale Radfahrer Flagge. Auch einige Besucher gesellten sich dazu. Doch gemessen an der Anzahl der Radfahrer, die auf Gran Canaria um diese Zeit sehr gern unterwegs sind und sich für die kommende Saison fit machen, hätte die Zahl der Demo-Teilnehmer gern größer ausfallen dürfen, um klarzustellen, dass die Insel nicht nur dem motorisierten Verkehr vorbehalten ist und endlich eine Lösung her muss. Besonders schmerzlich war, dass die lokalen Tourenanbieter fehlten. In Mogan sind die Folgen vom Felssturz und der folgenden Sperrung sichtbar. In den Cafés war davor deutlich mehr Betrieb. Der Tauropass allein ist ein Magnet, so dass viele Radfahrer sich auf den Weg machten und in Mogan gern einkehrten, um sich für die Auffahrt zu rüsten.

Seit über zehn Jahren besuche ich die Insel immer wieder. Ich kenne noch die komplette Straße ohne Tunnel hinter Aldea nach Agaete. Die Zeit vor der Straßensperrung ab Taurito ist mir noch gut präsent. Wer weiß, welche Küstenabschnitte demnächst dicht gemacht werden, weil das Straßennetz für den Autoverkehr optimiert wird. Dann geht der Reiz verloren, sich für länger hier einzumieten. Selbst in die Berge dringt der motorisierte Verkehr verstärkt vor.

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